9. Demonstration der BI Rettet die Kuheck PDF Drucken E-Mail

„WEA – Zu hoch! – Zu laut! – Zu nah!“ skandierten über sechzig betroffene Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag, den 16. Juni gegen 17.45 Uhr vor dem Gebäude der VG Dierdorf. Es war eine eindrucksvolle Demonstration demokratischer Entschlossenheit, dem Energie - Riesen EnBW aus Baden-Württemberg die Stirn zu bieten!

Harry Neumann, BUND Westerwaldkreis, betonte in seiner Ansprache den Natur- und artenschutzrechtlichen Status der Exklave Kuhheck und fasste unter großem Beifall der Anwesenden zusammen “ Bei der Gebietskulisse Kuhheck handelt es sich um einen wesentlichen und unverzichtbaren Teil eines aktuell bestätigten faktischen Vogelschutzgebietes mit dem bedeutendsten Rotmilanvorkommen in Rheinland-Pfalz.“

Ilse Bracher und Torsten Schumacher vom Vorstand der Bürgerinitiative ( BI ) unterstrichen unter dem Beifall aller „Wir sagen ‚Ja!’ zur Windenergie“. Sie rügten jedoch die Auswahl des Standorts Kuhheck, einer Talsenke mit mangelnder Windhöffigkeit, und beklagten, dass man versuche ohne Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger ein Unternehmen auf den Weg zu bringen zum Nachteil dieser Bürgerinnen und Bürger. Unter mitreißenden Songs gewürzt mit Sprechchören zog man anschließend in den Sitzungssaal der VG Dierdorf.

In der Einwohnerfragestunde der Ratsitzung wurden zwei Dinge deutlich. Die Verbandsgemeinde Puderbach hat die Suche nach geeigneten Flächen aus Mangel an Konzentrationsflächen für die Windenergienutzung eingestellt. Die VG Dierdorf hält jedoch an ihren Plänen fest, nach dem Muster „Die Kuhheck muss es sein!“, obwohl inzwischen bekannt ist, dass es sich bei der Exklave Kuhheck um ein faktisches Vogelschutzgebiet handelt. Herr Benner betonte, er kenne das BUND Gutachten nur aus einem Artikel der RZ. Er beteuerte man habe sich nicht frühzeitig auf die Kuhheck festgelegt. Er sprach von einer „intensiven Planung“ und einem „ganz sauberen Prozess.“

Die über 130 Einsprüche der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, die bis zum 9. September 2009 bei der VG Dierdorf eingereicht wurden, sind bisher nicht beantwortet worden. Bürgermeister Bernd Benner erklärte, dass die Verwaltung ihre Prüfungen zur Änderung des Flächennutzungsplans im Winter „auf Eis“ gelegt habe, da der mögliche Betreiber einen Antrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz bei der Kreisverwaltung Neuwied gestellt habe. In diesem Zusammenhang würde ein gesondertes Prüfungsverfahren durchgeführt, das die Dierdorfer Verwaltung kein Geld koste.

 
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